Tag 8 By Bayreuth – Ludwag

Wir lassen heute mal 39, 40 sein. Gebummelt! Schlafwandelnd durchschritten wir zur frühen Stunde den Limmersdorfer Forst. Orchideen lungerten, ihre Blühtenpracht schamlos zur Schau stellend, direkt am Wegesrand (Forststraße!). Die Auswirkungen eines kürzlich herniedergegangenen Sturzregens, waren deutlich sichtbar. Weggerissene Brücken, unpassierbare Wege. Wir erreichten ein sehr schönes Frankendorf mit Namen Neustädtlein am Forst. Der Ort war von den dort lebenden Humanoiden (vermutlich Ostfranken) sehr pittoresk angelegt. Bei allen vorangegangenen Studien zu fränkischen Handelsplätzen in dieser Region, war uns klar geworden, dass keine Möglichkeiten bestehen auch nur einen Franken gegen Labsal einzutauschen. Es traf uns wie ein Schlag ins Gesicht: Ein Bäcker am Wegesrand, welcher nicht im Internet verzeichnet ist. Wir öffneten mit einem sächsischen Moin die Tür und schreckten die beiden Damen vom Kaffeetisch auf. Uns wurde nicht nur Filterkaffee aus der Thermoskanne angeboten, sonder auch Köstlichkeiten des Bäckerhandwerkes. Mit Hinweis auf das Abstandsgebot und dass die Bank vor der Bäckerei nicht in der Sonne lag, wurden wir an den Gartentisch der Bäckerfamilie gebeten. Das ganze Backwerk war meisterhaft, aber die Spritzringe bedürfen einer besonderen Hervorhebung. Krass, Kross, Saftig.

Wir schritten mit der Angst im vollen Bauch voran, dass das Highlight des Tages bereits hinter uns liegt. Nächstes Ziel war die Burg Zwernitz. Vor der Burg kamen wir durch einen lichten Buchenwald, welcher als Waldmeisterplantage genutzt wurde. Herr Werkmeister kam auf die glorreiche Idee einen vortrefflichen 11:00 Uhr Tee (Waldmeisterbowle) zu bereiten.

Diese genossen wir im Schatten der geschlossenen Burg aus der PE-Flasche. Herrlich. Trotz Covid 28 und den Festlegungen eines Herren Söder, waren erstaunlich viele Menschen am Start. Wir waren froh, dass wir nicht an einem normalen Wochenendtag unsere Aufwartung machten.

Nach ausschweifender Pause am Waldesrand schritten wir auf Steinfeld zu. Unterwegs trafen wir einen Patron beim Abfüllen köstlichen Trinkwassers aus einer Quelle direkt am Fluss. Wir taten es ihm gleich. Steinbach befand sich auf unserer Route der Brauereigaststätten. Wir wurden vorm Metzger genötigt eine Knoblauchwurst zu erwerben, ohne welche wir nicht den Weg zur GEÖFFNETEN Brauerei nehmen sollten. GEÖFFNETE Brauerei!!!!! So schnell wie die Wurst im Rucksack verschwand, waren vier Bier gekauft und verzehrt.

Es wurde nachgeladen, die Sanitären Einrichtung über Gebühr genutzt und fröhlich pfeifend von Dannen geschritten.

Nach Steinfeld überschritten wir die Grenze zwischen reformiertem und altgläubigem Frankenreich. Wir sichteten mehrfach INRI die alte Hundelunge. Ihr wißt schon, den mit der Rechenschwäche.

Auf einer Tour durch Franken ist es guter Brauch die am Wegesrand zahlreich vorhandenen Scheunen als Schlafstatt zu nutzen. Auf Dauer können auch wir uns diesem Brauchtum nicht entziehen. Das Zelt bleibt heute im Rucksack. Das passt auch gut, denn morgen erreichen wir zur sonnigen Mittagsstunde Bamberg, das Zelt auf dem dortigen Marktplatz zur Trocknung aufzustellen, würde für zu viel Aufsehen sorgen. Schließlich sind wir Pressescheu und tun Verbotenes. Gerade sagen noch Fuchs und Hase auf der Wiese „Gute Nacht“.

Unsere eigene Kapelle für das Abendgebet

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