Tag 4 Lößnitz – bei Klingthal

Die Nacht wartete mit ausgiebigen Regen auf. Die Kombination aus Großwuchs und Einwandzelt gestalten sich schwierig. Plamen konnte gut schlafen. Der regenfreie Morgen ohne jegliche Sicht, ermöglichte uns das nasse Equipment unkompliziert zu verpacken. Die Wetterprognose begann mit fiesem Sprühregen ihrer Richtigkeit Ausdruck zu verleihen. Trotzdem glaubten wir noch nicht an die Wahrsagungen des Wetter-Orakels. Am Stadtrand von Aue nutzten wir die Möglichkeit einen heißen Kaffee zu erhalten, der Verzehr war pandemiebedingt nur mitten im Wetter möglich. Der Kurpark in Bad Schleema hielt eine wirklich öffentliche Örtlichkeit bereit, hier konnten wir mitten im Wetter Geschäfte erledigen. Herrlich befreiend! Anschließend durchliefen wir wohl Schneeberg, eine visuelle Wahrnehmung war wetterbedingt nicht gegeben.

Schneeberg

Halden, Halden, überall Halden! Bergbau, ja schonmal gehört. Der Grund, warum die Halden völlig unmotiviert an völlig unerklärlichen Stellen hinterlassen wurden, entzieht sich immer noch unserer Kenntnis. Hier gilt es noch das Projekt „Jugend Forscht“ voranzutreiben. Wieso, Weshalb, Warum???? Die Landschaft war!

Auf Grund des nassen Geläufs, folgten wir nicht mehr den Anweisungen unserer elektronischen Assistenz, sondern unserem Trang nach trockenen Füßen. Mehrfach erreichten wir die Talsperre Eibenstock, was weder auf Alkoholkonsum, noch auf Desorientierung zurück zu führen war, sondern auf die 1238,75643 Seitenarme des Trinkwasserspeichers.

Bei dem Wetter sehen wir hier alle Scheiße aus.

Spätestens ab Kilometer 26 hatten wir das dringende Bedürfnis eine Rast im Sitzen zu vollziehen. Der geneigte Wandernde hat bei derlei Wetter, genau zwei Möglichkeiten: 1. Windgeschützter, trockener Platz zum Rasten. 2. Laufen, laufen, laufen, laufen, laufen…

Bei Tageskilometer 30 hatten wir erstmalig die Wahl: Variante 1 mit Einschränkungen oder weiter Variante 2. Wir entschieden uns für die nicht ganz ideale Variante 1 in Form eines mitten im Nirgendwo stehenden Buswartehäuschens. Positiv: Rückwand vollständig vorhanden und dem Wind abgewandt. Negativ: Rückwand systembedingt teilweise Wasser und Wind durchlässig. Im Grund haben wir gefroren wie die Schweine!

Zu den uns auftuenden Möglichkeiten befragten wir einen Omnibuslenker. Dieser informierte uns über die naheliegenden Möglichkeiten des vogtländischen öffentlichen Personentransportwesens. Was wir vernahmen sagt uns zu. Um unsere persönliche Wahrnehmung mit validen Daten zu untermauern, erfragten wir den aktuellen Anzeigewert des Außentemparatursensors seines Gefährts. Kurzärmelig wie er war lächelte er aus seiner mobilen Sauna und sagte: 5 Grad, ABER NOCH. Viel Spaß noch die Herren. Seine Rücklichter und sein hämisches Gelächter entschwand im Horizontalniesel! Wieder allein!

Google bestätigte die Auslassungen des Personentransport-Ausübungsberechtigten. Wir schritten mit klarem Ziel durch den ständig zunehmenden Niederschlag. Folgender Zwiespalt trieb uns um: Schnell laufen, damit warm und dann an der Bushaltestelle warten und frieren, oder langsam laufen und frieren und dann schnell in die mobile Sauna? Probleme die die Welt nicht braucht.

Es ergab sich so wie es sich ergibt, wenn wir unterwegs sind, wir waren 1,5 h vor Anschlusszeit in Rodewisch und verbrachten diese Zeit mit den Einkäufen für das Abendbrot im Netto.

Im Netto, gut getarnt und trotzdem sichtbar.

Wir kennen mittlerweile alle Artikel, welche dort feilgeboten werden. Nicht immer gut, aber interessant dafür trocken und warm. Die Fahrt zum Ort unseres Vertrauens war sehr kurzweilig und gut beheizt. Der Empfang war herzlich, die Dusche heiß, das Zimmer schön, das Abendbrot zu üppig.

Mit Ankunft wechselte der Aggregatzustand des Niederschlages. Es galt noch die Büroarbeit zu verrichten, was hiermit getan ist.

Zelt trocknet

Wir genießen den Winterabend nach 30 km

https://youtu.be/3I62YKKf3Hw


https://youtu.be/3I62YKKf3Hw

1 Kommentar

  1. Christine

    Hallo ihr zwei, gab es nach dem nassen Tag überhaupt noch etwas trocknes. Die Wettervorhersage für die nächste Zeit sieht auch nicht viel besser aus, es wieder kalt. Trotzdem noch eine schöne Zeit.

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